s

Irie Diary

African Music Festival Emmendingen ’19

Eines der Festivals, die ich am liebsten habe, unter anderem weil es wenig Distanz zwischen Künstler und Publikum hat.
Was mich dieses Jahr besonders beeindruckt hat: die wahnsinnig aufrechte, edle und warmherzige Haltung oder besser gesagt Aura der beiden Ladies Mo Kalamity aus Cap Verde am Freitag und Sona Jobarteh am Samstag.
Nachdem Mo Kalamity alle in Ihren Bann gezogen hatte brachte Fantan Mojah anschliessend die Party zum kochen gebracht. Der ganze Schlossplatz ist gejumpt und hat lauthals supportet. Glückliche Gesichter und Mega Stimmung!

Gentlemen
Am folgenden Tag während Sona Jobarteh ihren Song „Gambia“ spielte, ist einer der Zuschauer auf die Bühne. Spätestens als die beiden Securities aus dem Hintergrund getreten traten, war bei mir Adrenalin aktiviert. Ich hab in solchen Fällen Mitgefühl, für alle Beteiligten und bin dann „etwas“ angespannt in Sorge um alle. Die Sängerin gab mit einer kleinen Handbewegung Zeichen, den Gast auf der Bühne gewähren zu lassen und grüsste ihn per Handschlag und mit einem warmen Lächeln. Ihr ahnt es – innerhalb von einem Augenblick waren 5-6 Männer auf der Bühne. Alle wurden einzeln von ihr begrüsst. Sie strahlte soviel Würde aus, dass sie vermutich zu keiner Zeit in Gefahr war. Die Sekurities hatten spätestens jetzt sicher auch Adrenalin und rückten von der hinteren Bühne immer weiter nach vorne, während die Jungs mit dem strahlenden Gesichtern der Bühne tanzten. Dann – gegen Ende des Liedes – nahm einer der Stage-Jumper das Zepter in die Hand fordert alle auf mit ihm wieder von der Bühne zu gehen. Tatsächlich sind ihm alle friedlich gefolgt und von der Bühne gesprungen. Selbst jetzt wenn ich davon schreibe, steigen mir Tränen in die Augen. In so einer Situation aus Respekt auch eigenständig wieder zu gehen, ist stark finde ich. Wer einen kleinen Einblick in das Leben von Menschen hat, denen es sicherheitstechnisch, finanziell und/oder rechtlich jahrelang unmöglich ist in ihre Heimat zu reisen, der kann ahnen was der Auftritt einer so bezaubernden Künstlerin bedeutet.

Herzig war auch, dass ihr Sohn später die Percussion Section unterstüzte und dabei super mit den Grossen mithalten konnte. Sonah Jobarteh ist in Grossbritanien geboren und nach ihrem Studium nach Gambia wo sie eine Akademie für die nächste Generation gründete, die neben der traditionellen Musik, eine umfangreiche Ausbildung vermittelt um die neue Generation und das Land weiterzubringen.

Leider habe ich keine Akkreditierung erhalten um Fotos zu machen, vielleicht ist meine Anfrag nicht mehr rechtzeitig eingegangen. Ich hoffe sehr, dass ich das nächste Jahr die Kamera mitnehmen kann. Titelbild: Pressefoto von Sona Jobarteh.

Samstag, 3. August ’19
Nutty Boys – Ska, Reggae sua Freiburg/Int.
Mo Kalamity – Afro Reggae Music aus Cape Verde
Fantan Mojah – Reggae & Dancehall Star from Jamaica

Sonntag, 4. August ’19
Ballet Djiby Kouyate aus Kinder Tanzgruppe aus Mali
Äl Jawala – Balkan Beats & World Music aus Freiburg
Sona Jobarteh – The Kora Queen from Gambia

POST A COMMENT

DE